Annuitätendarlehen

Diese Form eines Darlehens wird häufig im Rahmen von ImmobilienFinanzierungen eingesetzt. Die Besonderheit liegt dabei in einer zwar konstanten monatlich zu leistenden Rate, die sich aber jeden Monat aus einem neu berechneten Zins- und Tilgungsanteil zusammensetzt. Die Laufzeit solcher Finanzierungen ist im mittel- bis langfristigen Bereich angesiedelt.

Verlauf der Zins- und Tilgungsphase

Zur KreditanfrageZum Beginn eines Annuitätendarlehens wird eine zu gewährende Darlehenssumme festgelegt. Für diese Summe wird darüber hinaus eine Verzinsung als Schuldzins vereinbart. Dieser Zinssatz wird häufig für einen Zeitraum von 5, 10 oder 15 Jahren garantiert. Vereinzelt sind auch Festschreibungen für die gesamte Laufzeit möglich. Für die Tilgung wird kein fester Betrag vorgesehen, sondern so wie für die Schuldzinsen ein Prozentsatz festgelegt. Üblich ist es, einen Tilgungssatz von 1% bis 5% der Darlehenssumme zu vereinbaren. Man spricht auch von der anfänglichen Tilgung, da sich der daraus zu errechnende Betrag nur im Anfangsmonat des Darlehensverlaufes findet und dann jeden Monat ein wenig steigt. Im Anfangsmonat wird sich die monatliche Rate, die Annuität, aus dem errechneten Schuldzinsanteil für die gesamte Darlehenssumme und dem vereinbarten Tilgungsanteil zusammensetzen. Diese Summe der Erstrate bleibt nun über die ganze Laufzeit des Darlehens gleich. Im Folgemonat hat sich die Darlehenssumme um den Tilgungsanteil des Erstmonats verringert. Daher ist der Zinsanteil etwas geringer. Um genau diesen Betrag steigt nun der Tilgungsanteil. Das setzt sich jeden Monat weiter fort. In der Anfangsphase wird beim Annuitätendarlehen also viel Schuldzins und wenig Tilgung bezahlt, während in der Endphase die Zinsen immer geringer werden und das Darlehen in großen Schritten getilgt wird.

Unterteilung in Abschnitte und Laufzeitbestimmung

Bis zur vollständigen Tilgung eines Annuitätendarlehens vergehen bei kleiner Tilgung etwa 30 Jahre. Wird mit einem höheren Tilgungssatz gearbeitet, verringert sich die Zeit bis zur vollständigen Rückzahlung natürlich. Das Darlehen ist zum Vorteil des Verbrauchers nicht mit einer verbindlichen Laufzeit vereinbart, sondern mit dem anfänglichen Tilgungssatz und mit einer meist mehrjährigen Garantie des Zinses. Am Ende einer solchen Zinsfestschreibung kann der Darlehensnehmer das Darlehen neu verhandeln und fortführen, oder es durch Umschuldung mit einer anderen Bank ersetzen. Damit verfügt der Darlehensnehmer um die Flexibilität, sich mit marktgerechten Darlehenskonditionen für seine Finanzierung zu versorgen. Er ist nicht an eine bestimmte Bank bis zur endgültigen Tilgung gebunden. Für die Laufzeit bis zur Rückzahlung der Gesamtsumme ist die Höhe des Tilgungssatzes verantwortlich. In vielen Fällen beinhalten die Konditionen von Annuitätendarlehen die Möglichkeit von Sondertilgungen und die Option, den Prozentsatz der Tilgung zu verändern. Durch eine jährliche Sonderzahlung oder einen erhöhten Tilgungssatz verringert sich die Laufzeit. Die Erhöhung der Tilgung hat eine Veränderung der eigentlich konstanten Monatsrate zur Folge. Die Höhe einer Sondertilgung als jährliche Einmalzahlung ist meist auf eine Höchstsumme begrenzt. Der Darlehensnehmer kann mit diesen Instrumenten sehr flexibel auf Änderungen in seinen persönlichen Einkommensverhältnissen reagieren.

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