Forderung

Im rechtlichen Sinne führt jeder Verkauf von Waren genauso wie jede Erbringung von Dienstleistungen, die nicht sofort in bar, sondern erst innerhalb einer gewissen Frist bezahlt werden, zu einer Forderung.

Unternehmen weisen Forderungen auf der Aktivseite der Bilanz aus und bewerten sie den gesetzlichen Vorschriften entsprechend unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit ihres Ausgleichs durch den Schuldner. Ein systematisches und effizientes Forderungsmanagement stellt eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für den Erfolg eines Unternehmens dar.

Entstehung von Forderungen

Juristisch handelt es sich bei einer Forderung um einen Anspruch, der aus einer schuldrechtlichen Beziehung entsteht. Im Wirtschaftsleben richtet sich eine Forderung auf den Erhalt eines bestimmten Geldbetrages oder einer anderen Leistung durch einen Geschäftspartner, mit dem der Gläubiger eine vertragliche Beziehung eingegangen ist und seine Verpflichtung zur Lieferung einer Ware oder der Erbringung einer Dienstleistung bereits in vollem Umfange erbracht hat.

Bei Warenlieferungen kommt es dabei entscheidend auf den Zeitpunkt an. Erst wenn der Gefahrenübergang vollzogen wurde, die Gefahr des Untergangs des verkauften Gegenstandes also beim Kunden liegt, entsteht eine Forderung. Aus den vertraglichen Bestimmungen über die Erbringung einer Dienstleistung ergibt sich, nach welchem geleisteten Umfang diese als erbracht gilt und somit auch der Zeitpunkt, ab dem eine Forderung geltend gemacht werden kann.

Bilanzausweis von Forderungen

Sowohl bei Verträgen über den Verkauf von Waren als auch bei Vereinbarungen über die Erbringung von Dienstleistungen besteht davor keine Forderung, sondern vielmehr ein schwebendes Geschäft. Forderungen werden auf der Aktivseite der Bilanz als Teil des Umlaufvermögens unter dem Posten Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände zwischen den Vorräten und den liquiden Mitteln ausgewiesen. Diese Position entspricht ihrer Liquiditätsnähe, denn sie können in der Regel schneller zu Geld gemacht werden als Gegenstände des Vorratsvermögens, stellen aber keine flüssigen Mittel dar.

Das Handelsgesetzbuch sieht vor, dass die Forderungen in vier weitere Unterpositionen aufgegliedert werden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sowie um sonstige Vermögensgegenstände.

Bei den meisten Betrieben haben dabei die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aus dem üblichen Geschäftsbetrieb resultieren, wirtschaftlich bei weitem die größte Bedeutung.

Bewertungen und Verjährung von Forderungen

Im deutschen Bilanzrecht gelten für die Bewertung von Forderungen das Vorsichtsprinzip und das strenge Niederstwertprinzip. Demzufolge kommen als Wertansatz höchstens die historischen Anschaffungskosten in Frage. Dagegen sehen die angelsächsischen Standards für die Rechnungslegung vor, dass unter bestimmten Voraussetzungen Forderungen auch mit einem höheren Wertansatz als Fair Value in der Bilanz ausgewiesen werden.

Eine Forderung, die eine Laufzeit von mehr als einem Jahr besitzt, ist nach deutschem Handelsrecht abzuzinsen, um sie mit ihrem zutreffenden gegenwärtigen Wert auszuweisen. Darüber hinaus müssen zu jedem Bilanzstichtag sämtliche Forderungen eines Unternehmens auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft werden. Dabei werden die überfälligen Forderungen, die nicht den vertraglichen Bestimmungen entsprechend innerhalb des Zahlungsziels vom Kunden ausgeglichen wurden, dahingehend überprüft, ob mit einem baldigen Zahlungseingang zu rechnen ist.

Wird festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür gering ist, muss eine Wertberichtung auf den realistischen Wert vorgenommen werden. Dasselbe ist für alle noch nicht fälligen Forderungen gegen Schuldner durchzuführen, von denen bekannt ist, dass sie entweder zahlungsunfähig sind, zum Beispiel aufgrund der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, oder aus anderen Gründen die Zahlung verzögern beziehungsweise verweigern.

Eine sorgfältige und zutreffende Bewertung aller Forderungen dient dem Gläubigerschutz, denn nur so kann zutreffend beurteilt werden, wie hoch die Finanzkraft des Unternehmens tatsächlich ist. Insbesondere Kreditinstitute prüfen anhand von Deckungsrechnungen, bei denen Vermögen und Kapital eines Unternehmens entsprechend ihrer Fristigkeiten gegenübergestellt werden, welche Darlehenshöhe für ein Unternehmen optimal ist, so dass es voraussichtlich ohne Probleme zurückgezahlt werden kann.

Genauso haben auch die Anteilseigner eines Unternehmens großes Interesse daran, dass der Forderungsbestand zu realistischen Werten in der Bilanz präsentiert wird. Nicht zuletzt verhindert eine angemessene Forderungsbewertung, dass zu hohe Ausschüttungen vorgenommen werden, die das Unternehmen finanziell nicht bewältigen kann und die so seine Substanz gefährden. Eine Forderung erlischt nicht nur durch den Ausgleich, indem der Schuldner den ausstehenden Betrag überweist oder eine andere geschuldete Leistung erbringt, sondern auch durch Verjährung.

Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist und beträgt nach deutschem Recht drei Jahre. Die Verjährung einer Forderung wird gehemmt, indem sie der Gläubiger gerichtlich geltend macht.

Effizientes Forderungsmanagement

Jedes Unternehmen, unabhängig von seiner Größe oder der Branche, der es angehört, ist darauf angewiesen, dass die Rechnungen, die es Kunden für Lieferungen und Leistungen stellt, auch tatsächlich vollständig und innerhalb des vertraglich vereinbarten Zahlungsziels beglichen werden. Ansonsten droht ein finanzieller Engpass, der schnell den Bestand des Betriebes gefährden kann. Aus diesem Grund kommt der Überwachung der Forderungen größte Bedeutung zu.

Forderungsmanagement beginnt bereits bei der Auswahl der Kunden, mit denen das Unternehmen Geschäftsbeziehungen eingeht, denn im Idealfall erbringt ein Betrieb Leistungen oder liefert Waren, die nicht sofort bezahlt werden müssen, ausschließlich an Geschäftspartner, deren Bonitätsprüfung positiv ausgefallen ist. Dies gilt zum Beispiel für Versandhändler genauso wie für Kreditinstitute.

Zur Überprüfung der Bonität werden oftmals Anfragen bei Auskunfteien für Daten über Privatleute und andere Unternehmen gestellt. In der Debitorenbuchhaltung werden alle Forderungen erfasst und bis zu ihrem Ausgleich oder Ausbuchen geführt.

In regelmäßig zu erstellenden Listen werden sämtliche Forderungen nach ihrer Altersstruktur und Fälligkeit angezeigt. Überfällige Forderungen werden entweder sofort oder nach dem Verstreichen einer gewissen Kulanzzeit angemahnt. Sollte der Kunde nicht darauf reagieren, erfolgen weitere Mahnungen. Wenn auf diesem Weg kein Ausgleich der Forderung zu erreichen ist, übergibt der zuständige Manager in der Regel den Fall an den Justitiar des Unternehmens oder an ein Inkassounternehmen, damit die offenstehende Forderung auf gerichtlichem Wege beigetrieben werden kann.

Sinnvollerweise erfolgt schon in einem frühen Stadium der Mahnung ein Lieferstopp, um nicht noch weitere unsichere Forderungen zu generieren. Auch eine Versicherung von Forderungen kann eine gute Möglichkeit darstellen, das Unternehmen wirksam vor Zahlungsausfällen zu schützen. Insbesondere im Auslandsgeschäft ist diese Form der Absicherung weit verbreitet.

Factoring

Genauso entscheiden sich viele Unternehmen dafür, einen großen Teil oder ihren gesamten Forderungsbestand im Wege des Factorings an eine spezialisierte Finanzorganisation zu verkaufen. Dies ermöglicht es dem Betrieb, sich voll auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren, weil er sich nicht mit der Eintreibung von Forderungen beschäftigen muss. Außerdem bietet das Factoring einen Liquiditätsvorteil, da der Gegenwert der Forderungen auf diese Weise schneller zur Verfügung steht.

Allerdings muss als Gegenleistung ein Abzug vom Forderungswert hingenommen werden, der vom Factoringunternehmen als Honorar einbehalten wird. In jedem Fall sollte sich die Geschäftsleitung regelmäßig über sämtliche Außenstände sowie das reibungslose Funktionieren des Forderungsmanagements informieren.

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