Forderungen und Verbindlichkeiten

Unter einer Forderung versteht man im Allgemeinen eine Aufforderung. Im unternehmerischen Sinne handelt es sich bei einer Forderung allerdings um eine Verbindlichkeit, die das Unternehmen gegenüber einem Schuldner geltend macht. Für Forderungen gelten innerhalb der Rechtsauffassung von Unternehmen aber verschiedene Definitionen, die rechtlich und steuerlich unterschiedlich gehandhabt werden. "Forderung ist nicht gleich Forderung, aber geschuldet wird immer!", das ist der Leitsatz unter dem sich die verschiedenen Arten einer Forderung am ehesten zusammenfassen lassen. Juristisch ist eine Forderung immer ein Anspruch der sich aus einem schuldrechtlichen Vertragsverhältnis nach §§245 BGB ergibt. Eine Forderung ist, juristisch und steuerlich, immer nur dann einlösbar, wenn sie durchsetzbar ist. Das bedeutet, dass die Forderung immer auf einem legalen rechtlichen Verhältnis zwischen den beteiligten Parteien beruhen muss, da sie sonst illegal und somit nicht durchsetzbar ist.

Arten der Forderungen aus Sicht eines Unternehmens

Eine Forderung entsteht für Unternehmen meist durch eine Lieferung von Waren oder durch die Erbringung von Dienstleistungen gegenüber einem Abnehmer oder Auftraggeber. Daher unterteilt das betriebliche Rechnungswesen eine Forderung immer in eine der folgenden drei Teilbereiche: 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistung, 2. Forderungen aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten und 3. Forderungen aus sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten. Die Kategorie der Forderungen aus Lieferung und Leistung umfasst dabei alle unternehmensspezifischen Handelstätigkeiten wie die Produktion und die Lieferung von Waren und Dienstleistungen oder das bereitstellen ebendieser. Die zweite Kategorie, die Forderungen aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten, umfasst nur finanzielle Vermögenswerte die nicht dem üblichen Tätigkeitsbereich des Unternehmens unterliegen. Praktische Beispiele hierfür sind der Handel mit Wechselschuldverschreibungen, Übernahmeforderungen, entstanden durch die Übernahme eines anderen Unternehmens, oder aber anderweitige finanzielle Tätigkeiten bei denen unternehmensfremde Leistungen erbracht werden. Die dritte Kategorie, die Forderungen aus sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten, entspricht der Schematik nach der zweiten Kategorie, umfasst aber nur die materiellen Vermögenswerte die nicht den finanziellen Vermögenswerten zuordenbar sind. Für alle Forderungen gibt es zusätzlich noch unterschiedliche Grundsätze zur Bilanzierung, die von jedem Unternehmen beachtet werden müssen.

Steuerrechtliche Ansätze und Bilanzierungsregeln für Forderungen

Die unterschiedlichen Forderungsarten und Verbindlichkeiten müssen auch unterschiedlich bilanziert werden. Das hat zum einen mit der rechtlichen Ordnungsfunktion des Steuerrechts zu tun, andererseits soll es so den Unternehmen erleichtert werden ihre Bilanzen zu führen. Das Grundinstrumentarium um Forderungen ordnungsgemäß in der Bilanz abzubilden ist die GuV-Rechnung. Die Forderungen werden aber auch summiert direkt in die Bilanz unter Punkt B II eingetragen und spiegeln, zusammen mit dem Bilanzanhang, eine realistische Lage des Unternehmens wieder. Hier werden aber ausschließlich die ausstehenden Forderungen eingetragen, Forderungen die bereits beglichen sind finden sich in der GuV-Rechnung wieder. Dies gilt auch für noch ausstehende, aber bereits beglichene Forderungen die zum Jahreswechsel noch nicht fällig gewesen wären, aber bereits bezahlt wurden. In der Bilanz unterteilen sich die Forderungen nochmal in verschiedene Kategorien, das liegt daran, dass die Bilanz ein Abbild des Unternehmens darstellen soll und an sich keinerlei Funktion für das betriebliche Rechnungswesen hat. Sämtliche Kategorien des Rechnungswesens sind hier in nur einer Kategorie, der ersten zusammengefasst und spielen in der Bilanz selbst keine Rolle mehr. Geschuldet ist diese Tatsache der üblichen Trennung von betriebswirtschaftlichem Rechnungswesen und Jahresbilanzierung.

Durchsetzbarkeit und Durchsetzung von Forderungen bei Verbindlichkeiten

Wie oben bereits erwähnt ist eine Forderung nur dann legal, wenn sie durchsetzbar ist. Durchsetzbar bedeutet in diesem Fall schlicht, dass die Forderung nicht illegal entstanden sein darf. Eine Forderung ist also ein Anspruch, der gegenüber dem Schuldner einzufordern ist. Der Schuldner hat im Rahmen seiner gesetzlichen Möglichkeiten allerdings häufig die Möglichkeit die Forderung anzufechten. Bei Forderungen aus Lieferung und Leistung wären passende Beispiele eine Mängellieferung, eine Falschlieferung oder eine unsachgemäße Lieferung. Gerade letzteres ist in den Zeiten des Online-Handels der häufigste Fall für Zahlungsverweigerungen. In diesem Fall liefert der Händler zwar die vereinbarte Ware, verpackt sie aber entweder gänzlich unsachgemäß sodass sie defekt beim Kunden ankommt, oder die jeweilige Zustellfirma macht einen Fehler und beschädigt die Ware, oder liefert sie an die falsche Adresse. In allen Fällen ist aber der Händler, sofern er gewerblich handelt, in Gänze haftbar und verpflichtet eine Ersatzlieferung zu veranlassen oder die Ware anderweitig zu ersetzen. Im Falle eines privaten Verkäufers kann dieser die Haftung ausschließen und ist so gegenüber allen Anfechtungen seitens des Schuldners befreit. Dieser kleine Exkurs ist passend, da er die grundsätzliche juristische Bewertung von Forderungen anschaulich widerspiegelt. Aus Gründen des Verbraucherschutzes, und als Verbraucher wird hier auch der private Händler definiert, gelten für gewerbliche und private Gläubiger in vielen Fällen ganz unterschiedliche Rechtsstandards. Während der gewerbliche Gläubiger seine Kunden vorab genau informieren muss und vom Vertrag nicht abweichen darf, sind dem privaten Gläubiger hier größere Freiheiten eingeräumt. Der Grundsatz "nach Treu und Glauben" spielt hier eine große Rolle, da der Jurist davon ausgeht, dass dem privaten Gläubiger weder die volle Übersicht über die Rechtslage, noch das notwendige Fachwissen zur Thematik verfügbar ist. Anders sieht es aber im Falle des sogenannten B2B-Geschäfts aus, also einem Geschäft bei dem ein gewerblicher Anbieter eine Forderung gegenüber einem anderen gewerblichen Anbieter geltend macht. In diesen beiden Fällen gelten die Gesetze des Verbraucherschutzes in der Anfechtung nicht, denn beide Parteien haben ausreichende Möglichkeiten, sich in der Thematik entsprechend auszukennen.

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