Inflation

Der Begriff Inflation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt etwa das Aufschwellen oder Sich-Aufblasen. In der Volkswirtschaftslehre gilt Inflation als Begriff für eine allgemeine Preiserhöhung mit direktem Verlust der Kaufkraft.

Die Inflation ist darüber hinaus ein Forschungsobjekt für den Bereich der Makroökonomie. Um einer Inflation vorzubeugen versucht man auf politischer Ebene das Preisniveau stabil zu halten und setzt hierfür staatliche Zentralbanken oder auch überstaatliche Institute wie etwa die Europäische Zentralbank ein.

Messung der Inflation

Um die Inflation messbar zu machen, also in Zahlen auszudrücken, wird meist der Verbraucherpreisindex zu Grunde gelegt. Der Verbraucherpreisindex in Deutschland richtet sich nach einem "Warenkorb". Dieser Warenkorb stellt den durchschnittlichen Haushalt in einem bestimmten Jahr dar, dem sogenannten Basisjahr, und gilt somit als repräsentativ.

Hierfür wird vom Statistischen Bundesamt die Hedonische Formel angewandt. Mit dieser Formel lassen sich deutlich niedrigere Inflationsraten feststellen als der tatsächliche Wert des gleichen Lebensstandards. Kritisiert wird an dieser Berechnungsmethode jedoch, dass manche Faktoren wie etwa Minderungen der Produktqualität von dieser nicht erfasst werden.

Ein weiteres Verfahren neben der Hedonischen Formel ist der COLI-Index (Lebenshaltungskosten). Hierbei werden die tatsächlichen Ausgaben berücksichtigt, die man zum Erreichen eines Lebensstandards leisten muss.

Welche Bedeutung hat der Warenkorb

Mit Hilfe dieses Warenkorbs und des zu Grunde gelegten Basisjahres werden die Lebenshaltungskosten eines jeden Jahres erfasst. Durch die Gegenüberstellung der Preise können dann daraus prozentuale Veränderungen zum Vorjahr oder auch zum Basisjahr errechnet werden. Allerdings muss man hierbei beachten, dass mit längerer Dauer bzw. mit größerem Alter des Warenkorbs dieser nicht mehr als repräsentativ bezeichnet werden kann, da sich das Kaufverhalten immer wieder ändert.

Diese Veränderung liegt vor allem daran, dass teure Produkte oft durch günstigere ersetzt werden oder auch Produktneuheiten auf dem Markt angeboten werden, die andere Produkte ersetzen.Auch werden in diesem Warenkorb die Immobilien- und Finanzmärkte nicht berücksichtigt. Das führt dazu, dass Preissteigerungen etwa im Bereich der Hedge-Fonds zwar die vorhandene Geldmenge erweitern und somit das Preisniveau erhöhen, aber dies nicht im Index berücksichtigt wird.

Gefühlte Inflation

Neben diesen berechneten und tatsächlichen Inflationen gibt es auch die sogenannte gefühlte Inflation, die darauf zurück zu führen ist, dass jeder die Höhe einer Inflation unterschiedlich stark empfindet. Der Grund hierfür ist die unterschiedliche Wertigkeit zwischen den Gütern des Warenkorbs und Konsumgütern wie etwa Autos und der Güter des täglichen Bedarfs.

Ein Konsument erfährt die Preissteigerungen bei den Gütern des täglichen Bedarfs deutlicher als bei den langlebigen Konsumgütern, die in die Indexmessung mit einfließen, aber für den Konsumenten aufgrund ihrer Seltenheit keine Rolle spielen.

Arten der Inflation und ihre Folgen

Ursprünglich wurde mit Inflation der Preisanstieg, Anfang der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts bezeichnet. Heute bezeichnet der Begriff die Erhöhung des Preisniveaus in einem Land unabhängig von der Geschwindigkeit, in der diese stattfindet. Man unterteilt den Begriff Inflation in zwei Unterarten, die leichte und die schwere Inflation.

Die leichte Inflation 

Bei der leichten Inflation beträgt der Werteverlust bis etwa fünf Prozent pro Jahr. Hier wird die Nachfrage gesteigert, weil der Verbraucher investieren will. Bei einer schweren Inflation beträgt der Werteverlust mehr als fünf Prozent. Hier verliert Geld seinen Wert und es kann zu Ersatzwährungen kommen.

Diese Ersatzwährungen können andere Staatswährungen sein, wie etwa in Argentinien einst der US-Dollar, oder auch andere Güter, wie beispielsweise die Zigaretten in Deutschland in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg.

Des Weiteren kann es zu einer Kapitalflucht kommen, das heißt dass Kapital vom Markt genommen, ins Ausland oder in andere Werte transferiert wird.

Die schwere Inflation

Eine schwere Inflation führt weiter dazu, dass der Kapitalzins steigt und sich Investitionen nicht mehr lohnen. Unternehmen können ihre Rendite nicht mehr leisten und gehen deswegen in die Insolvenz. Eine solche Situation hätte immense Auswirkungen auf die Wirtschaft.Bei einer schweren Inflation gibt es kaum Gewinner.

Einer dieser ist jedoch der Staat, denn seine Staatsschulden nehmen ab und die Steuereinnahmen können aufgrund der kalten Progression stark ansteigen. Auch steigt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Aufgrund der stetigen Abwertung will keiner diese lange behalten und so schnell wie möglich einen passenden Gegenwert hierfür erhalten. Bei mangelnder Zahl von Sachgütern wird das Geld in Devisen, also ausländische Währungen, angelegt, was zu einer Beschleunigung des Werteverlustes führt.

Beispiele für die schwere Inflation

In der Folge einer schweren Inflation werden oft Währungsreformen durchgeführt. Wenn es bei einer Inflation zu einem Werteverlust von 50 Prozent im Monat kommt, so spricht man von einer Hyperinflation. Aber auch diese können auf Dauer nicht fortgesetzt werden, da hier der Wert des Papiers höher ist als der Bankwert. Dies lässt sich an dem Beispiel des Kaufpreises für ein Ei in Deutschland im Jahre 1923 verdeutlichen. Lag der Preis im Jahre 1912 noch bei sieben Pfennig, so lag er Anfang August 1923 bei 923 Papiermark, drei Wochen später bei 177.500 Papiermark und drei Monate später sogar bei einem Wert von 320 Millionen Papiermark.

Aber auch für eine schwere inflation bietet die Geschichte genügend Beispiele. So sind vor allem die im 16. Jahrhundert stattgefundene Preisrevolution in Europa zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges oder auch Frankreich zu Zeiten der Revolution zu nennen. In der jüngeren Geschichte fallen die bereits erwähnten 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts ins Auge, aber auch Deutschland zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, Argentinien und Brasilien über Jahrzehnte hinweg bis in die 1990er-Jahre hinein, Mexiko und auch Süd-Ost-Asien Mitte der 1990er-Jahre. Darüber hinaus bescherten die Ölkrisen von 1973 und 1979 hohe Inflationsraten

Entstehung einer Inflation

Neben den wirtschaftlichen Faktoren können auch staatliche Maßnahmen die Inflation beeinflussen. Dies geschieht in der Regel dann, wenn der Staat die Regulierung der freien Preisbildung übernehmen bzw. beeinflussen will. Statt einer offenen Inflation findet man hier eine verdeckte oder auch zurückgestaute Inflation. Anzeichen für diese Arten einer Inflation sind lange Schlangen in den Kaufhäusern oder auch ein Entstehen und Aufblühen des Schwarzmarktes.

Gründe und Ursachen für eine Inflation

Die Inflationsrate kann stark von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden, die von den wirtschaftlichen Verhältnissen her unabhängig betrachtet werden müssen. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem Lohnerhöhungen, Preissteigerungen, die aufgrund staatlichen Handelns erfolgen, aber auch Steuererhöhungen.

Ebenfalls ist hier die importierte Inflation zu berücksichtigen. Eine importierte Inflation bezeichnet die Situation, in der eine im Ausland stattfindende Inflation auf das Inland transportiert wird. Eine Absicherung dagegen ist bei schwankenden Wechselkursen der jeweiligen Währungen relativ einfach. Anders sieht es jedoch aus, wenn ein fester Wechselkurs zwischen den beiden Währungen besteht. Hier würde die Inflation sofort auf das Inland übertragen werden.

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