Kreditlinie

Der finanzielle Spielraum, der einem Kreditnehmer bei seinem Kreditinstitut zur Verfügung steht, wird als Kreditlinie oder auch Kreditrahmen bezeichnet. Da diese Kreditlinie nach einer Rückführung wiederholt in Anspruch genommen werden kann, spricht man auch von einem revolvierenden Kredit. Der Kreditnehmer ist frei in seiner Entscheidung, ob er die ihm eingeräumte Kreditlinie nutzt oder nicht.

Kreditlinien für Privatkunden werden gewöhnlich als Dispositionskredit bezeichnet. Der Oberbegriff Kontokorrentkredit bezieht sich nicht nur auf den privaten Dispositionskredit, sondern schließt auch geschäftlich genutzte, dem Zahlungsverkehr dienende Kreditlinien ein.

Der Dispositionskredit

Im Jahr 1968 wurde der Dispositionskredit eingeführt, der eine Möglichkeit zur geregelten Überziehung privater Girokonten (bis zu der von der Kreditlinie gekennzeichneten Obergrenze) darstellt. Der Dispositionskredit ermöglicht es also, auch ohne Guthaben Verfügungen vorzunehmen. Besteht jedoch keine Kreditlinie, ist ein Girokonto grundsätzlich im Guthaben zu führen.

Unter Überziehungen im engeren Sinn werden Kontoinanspruchnahmen verstanden, die durch das Kreditinstitut zugelassen wurden, obwohl das Girokonto bei Vornahme der Zahlungsverkehrstransaktion weder über ein ausreichendes Guthaben noch über eine genügende Kreditlinie verfügte. Daher spricht man auch von durch die Bank "geduldeten Kontoüberziehungen".

Aus der Duldung der Überziehung kann ein Kunde keinen Anspruch auf Einräumung einer Kreditlinie ableiten. Steht keine ausreichende Kreditlinie zur Verfügung, liegt die Ausführung der vom Kunden angewiesenen Zahlungsverkehrstransaktion vielmehr im Ermessen des Kreditinstitutes.

Konditionen des Dispositionskredits

Die maximale Höhe des Kreditlimits wird von den Kreditinstituten mit Hilfe umfangreicher Datenpools und Scoringsysteme ermittelt. Informationen von Wirtschaftsauskunfteien wie z. B. der Schufa Holding AG (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) fließen in die Entscheidung über die Gewährung einer Kreditlinie ein.

Der Dispositionskredit ist ein Verbraucherdarlehen, auf das allerdings die Regelungen des § 492 (Verbraucherdarlehensverträge) und des § 495 BGB (Widerrufsbelehrung) keine Anwendung finden. Rechtlich erfolgt die Annahme des Darlehensangebotes der Bank durch die tatsächliche Inanspruchnahme durch den Kunden, womit die Kreditlinie als Darlehensvertrag nach § 488 BGB in Kraft tritt.

Soweit außerhalb der Zinsen für die Inanspruchnahme der Kreditlinie keine Kosten anfallen und die Zinsen alle drei Monate oder in einem längeren Intervall belastet werden, muss das Kreditinstitut seinen Kunden vor der ersten Inanspruchnahme lediglich über die Darlehensobergrenze (Kreditlinie) und den aktuellen Kreditzins sowie über die Vorgehensweise bei Zinssatzänderungen und Vertragsbeendigungen informieren. Kreditlinien werden nur volljährigen Bankkunden eingeräumt. Beschränkt geschäftsfähige Kinder und Jugendliche können ein Girokonto nur auf Guthabenbasis führen.

Auflagen der Bank beim Dispositionskredit

Die Bank legt mit der Kreditlinie die Obergrenze fest, bis zu der sie Kontoverfügungen des Kunden zulassen will. Voraussetzung einer Dispositionskreditlinie ist, dass auf dem Girokonto regelmäßige Zahlungseingänge zu verzeichnen sind. Dabei kann es sich zum Beispiel um Lohn- und Gehaltszahlungen, Renten oder Unterhaltszahlungen handeln.

Je nach Bankinstitut wird häufig der zwei- bis dreifache Betrag der Zahlungseingänge als Kreditlinie festgelegt. Normalerweise werden keine Sicherheiten für den Dispositionskredit vereinbart, d. h. es handelt es sich um einen sog. Blankokredit.

Vermieden werden soll eine dauerhafte und stetig steigende Inanspruchnahme der gesamten Kreditlinie, die als "Einfrieren" bezeichnet wird, wenn die Inanspruchnahme länger als ein halbes Jahr auf einem hohen Stand verharrt und zumindest zwischenzeitliche Rückführungen durch Zahlungseingänge nicht stattfinden. Der Kunde soll in der Lage sein, die Inanspruchnahme innerhalb weniger Monate zurückzuzahlen.

Für den Dispositionskredit berechnete Zinsen

Die Berechnung der Sollzinsen für die Nutzung der Kreditlinie erfolgt entsprechend der täglichen Inanspruchnahmen. Wird die Kreditlinie überschritten, werden zusätzlich Überziehungszinsen belastet. In der Regel erfolgt die Belastung des Kundenkontos mit den Kreditzinsen quartalsweise.

Die Höhe des Zinssatzes ist veränderlich und orientiert sich am Marktzinsniveau. Im Vergleich zu anderen Kreditarten liegen die Zinsen eines Dispositionskredites recht hoch. Wenn eine Kreditinanspruchnahme für einen längeren Zeitraum zu erwarten ist, sollte eine Umschuldung in einen häufig zinsgünstigeren Ratenkredit geprüft werden.

Kündigung einer Dispositionskreditlinie

Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist eine ordentliche Kündigung mit einer dreißigtägigen Frist möglich. Bei starken Veränderungen der Einkommens- und Vermögensverhältnisse muss gemäß § 488 und § 489 BGB eine besondere Kündigungsfrist dann nicht eingehalten werden, wenn die Tilgung des Kredites gefährdet ist. Mit einer solchen außerordentlichen Kündigung der Kreditlinie wird der Kreditbetrag sofort fällig gestellt.

Kreditlinien für Geschäftskunden

Insbesondere Geschäftskunden erhalten Kreditlinien für verschiedene Kreditzwecke. Von Geschäftskunden wird gelegentlich in Form von Bereitstellungszinsen ein Entgelt verlangt, soweit sie eine bestehende Kreditlinie nicht vollständig ausschöpfen.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass Banken nach dem Kreditwesengesetz die nicht in Anspruch genommenen Teile der von ihnen eingeräumten Kreditlinien ebenfalls mit Eigenkapital unterlegen müssen, falls die ursprüngliche Laufzeit dieser Kreditlinien größer als ein Jahr ist und keine sofortigen Kündigungsmöglichkeiten seitens der Bank bestehen.

Die der Bank entstehenden Eigenkapitalbindungskosten werden über die Bereitstellungszinsen an die Kunden weitergegeben. Aus diesem Grund erfolgt die Einräumung von Kreditlinien häufig auch nur "bis auf weiteres" (b. a. w.), um eine Eigenkapitalbindung zu vermeiden.

Kreditlinien für besondere Kreditarten

Kreditlinien werden auch für spezielle Kreditarten vergeben, zu denen z. B. der Avalkredit gehört. "Avalkredit" ist ein Oberbegriff für von der Bank im Kundenauftrag übernommene Garantien, Bürgschaften, Gewährleistungen oder Wechselkredite.

Die Kreditlinie bei einer Warenkreditversicherung gibt an, bis zu welcher Höhe Lieferantenkredite versichert sind, die ein Lieferant seinen Kunden einräumt. Die Warenkreditversicherung schützt den Lieferanten bis zur Höhe des Kreditlimits vor kundenseitigen Zahlungsausfällen.

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