Kreditrating

Unter Kreditrating wird allgemein ein Verfahren zur Einschätzung der Bonität eines Schuldners anhand eines Bewertungsschemas mit unterschiedlichen Kriterien verstanden. Das Rating-Ergebnis stellt eine Aussage über die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Schuldners dar und ist wesentlich für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit.

Ratingverfahren finden in unterschiedlichen Bereichen der Finanzwirtschaft Anwendung. Sie können sich auf die Beurteilung der Bonität ganzer Staaten, Gebietskörperschaften, Organisationen oder einzelner Unternehmen beziehen.

Internes und externes Kreditrating

Kreditrating wird im Bankenbereich verbreitet als Instrument zur Bonitätsbeurteilung im Firmenkundengeschäft eingesetzt. Rating-Verfahren bilden auch die Grundlage der Tätigkeit von Ratingagenturen, die als unabhängige Institutionen die Kreditwürdigkeit von Schuldnern einstufen.

Bekannt sind vor allem die großen Ratingagenturen Moody's, Standard & Poor's, Fitch und DBRS, deren Einschätzungen maßgeblich für die Akteure an den internationalen Finanzmärkten sind. Daneben gibt es zahlreiche kleinere oder spezialisierte Ratingagenturen, die sich auf bestimmte Segmente, z.B. mittelständische Unternehmen, oder Branchen konzentrieren.

Da zwischen einer Ratingagentur und dem gerateten Schuldner keine Geschäftsbeziehung besteht, spricht man hier von einem "externen" Rating im Unterschied zum "internen" Rating eines Kreditinstitutes im Rahmen einer Kreditwürdigkeitsprüfung bei einem Firmenkunden.

Methodisch sind externe und interne Ratings ähnlich angelegt. Im Folgenden wird schwerpunktmäßig auf das Kreditrating im Sinne eines bankinternen Ratingverfahrens abgestellt.

Kreditrating bei Banken nach Basel II

Kreditrating wird im Bankenbereich bereits seit längerem als Instrument zur Kreditwürdigkeitsbeurteilung angewandt. Im Fokus stehen dabei vor allem kleine und mittlere Unternehmen als Kreditnehmer. Im Zuge des sogenannten Basel II-Prozesses - der Fortentwicklung internationaler Eigenkapitalstandards für Kreditinstitute - haben Kreditrating-Verfahren für die Kreditinstitute erheblich an Bedeutung gewonnen.

Während die Banken vor dem Inkrafttreten der Basel II-Regelungen Kredite an Unternehmen generell mit 8 % Eigenkapital unterlegen mussten, ist im Rahmen von Basel II eine Risikodifferenzierung bei der Eigenkapitalunterlegung möglich. Das heißt: Kredite an Schuldner mit hoher Bonität müssen seitens einer Bank mit weniger Eigenkapital unterlegt werden als Kredite an Schuldner mit geringerer Bonität.

Voraussetzung dafür ist die qualifizierte Anwendung eines anerkannten Kreditrating-Verfahrens durch die Bank, mit dem sich Ausfallrisiken der Wahrscheinlichkeit und Höhe nach messen lassen.

Da Eigenkapital für ein Kreditinstitut einen wesentlichen Engpassfaktor darstellt, hat die Risikoeinstufung eines Kreditnehmers erhebliche Auswirkungen auf die Bankkalkulation und die Kreditkonditionen. Schuldner mit geringerer Bonität müssen mit Risikoaufschlägen bei Kreditzinsen oder einer negativen Kreditentscheidung auf der Basis des Kreditratings rechnen.

Nach der Basel II-Übereinkunft sind zwei interne Rating-Ansätze (Internal Ratings Based = IRB) anerkannt: der IRB-Basisansatz und der sogenannte fortgeschrittene IRB-Ansatz. Bei beiden Ansätzen muss die Bank individuell die Kreditausfallwahrscheinlichkeiten bei Kreditnehmern auf der Basis eines Kreditrating-Schemas schätzen. Die beiden Ansätze unterscheiden sich im Wesentlichen bezüglich des Umfangs berücksichtigungsfähiger Sicherheiten und der Bestimmung von Kreditausfällen anhand aufsichtsrechtlicher Vorgaben oder bankinterner Berechnungen.

Kreditrating: Wesentliche Elemente

Das Kreditrating im Firmenkundengeschäft umfasst üblicherweise die Bewertung sogenannter Hard Facts, Soft Facts, der Branche und ggf. eines individuellen Faktors. Wie detailliert das Kreditrating durchgeführt wird, hängt nicht zuletzt von der Unternehmensgröße und dem Umfang des Kreditengagements ab.

Die Ausgestaltung des Kreditratings unterscheidet sich von Kreditinstitut zu Kreditinstitut. Im Folgenden wird ein Überblick über wesentliche Beurteilungsfelder gegeben.

Die Hard-Facts beim Kreditrating

Bei den Hard Facts steht die Einschätzung des Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens im Mittelpunkt. Grundlage bilden die Daten des Rechnungswesens, vor allem Bilanz und GuV oder vergleichbare Unterlagen, wenn der Betrieb nicht bilanzierungspflichtig ist. Die Analyse erfolgt typischerweise auf der Basis geeigneter Kennzahlen - zum Beispiel zur Kapitalstruktur, Rentabilität und Liquidität - und orientiert sich schwerpunktmäßig an Vergangenheitsdaten, wobei eine mehrperiodische Betrachtung erfolgt. Auch die Analyse der bilanzpolitischer Maßnahmen und des Kontoverhaltens gehören hierzu.

Um zukünftige Entwicklungen zu berücksichtigen, werden Planungsrechnungen und Investitionspläne in die Betrachtung einbezogen. Da die Beurteilung der Hard Facts wesentlich anhand messbarer Zahlengrößen erfolgt, spricht man auch von einer quantitativen Analyse.

Die Soft-Facts beim Kreditrating

Bei den Soft Facts geht es vor allem um eine Einschätzung der Marktposition, der Wettbewerbsfähigkeit und der Zukunftsperspektiven des Unternehmens. Dazu gehört u.a. eine Beurteilung des Managements im Hinblick auf Qualifikation, Unternehmensführung, -organisation und strategische Planung.

Bei der Beurteilung der Marktstellung wird die Position des Unternehmens im Vergleich zu seinen Wettbewerbern (USP, Wettbewerbsvor- und -nachteile) sowie zu seinen Kunden und Lieferanten beurteilt. Auch das Informationsverhalten und Kunde-Bank-Beziehung können hier mit in die Beurteilung einfließen.

Da die Einstufung der Soft Facts vor allem auf schwer quantifizierbaren Einschätzungen beruht, bezeichnet man diese Analyse als qualitativ. Häufig findet beim Kreditrating auch ein Branchenrating Berücksichtigung. Dabei werden die Risikolage und Zukunftsaussichten der Branche, in der das Unternehmen tätig ist, einbezogen.

Das Branchenrating stellt die einzige unternehmensübergreifende Komponente beim Kreditrating dar. Es berücksichtigt die Tatsache, dass die Entwicklung des betrachteten Unternehmens mit der Branchenentwicklung normalerweise korreliert. Manchmal ist auch die Möglichkeit vorgesehen, im Rahmen eines individuellen Faktors bonitätsmäßig relevante Besonderheiten, die nicht durch das normale Kreditrating-Schema erfasst werden, zu würdigen.

Das Rating-Ergebnis: Auswirkungen und Bedeutung

Die Rating-Einstufungen zu den einzelnen Bewertungskriterien werden - ggf. entsprechend gewichtet - zu einer Rating-Gesamteinstufung zusammengeführt. Als Mindeststandard muss ein Rating-System eines Kreditinstitutes nach den Basel II-Vorgaben mindestens sieben Bonitätsklassen für nicht-notleidende und eine Klasse für notleidende Kredite haben (sieben-plus-eins-System). Viele Banken verwenden aber feiner differenzierte Systeme. 20 bis 25 Bonitätsklassen sind nicht unüblich.

Jeder Ratingklasse ist eine Aussage über die Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres (Probability to Default = PD) zuzuordnen, der durchschnittlich auf alle Kreditengagements dieser Ratingeinstufung zutrifft. Außerdem ist bei einem Kreditengagement die Höhe eines möglichen Verlustes zu ermitteln (Loss given Default = LGD). Dieser hängt wesentlich davon ab, in welchem Umfang ein Kredit mit Sicherheiten abgedeckt ist.

Ist im Idealfall der Kredit vollständig abgesichert, liegt der LGD bei Null, bei Blankokrediten umfasst er dagegen das gesamte Kreditvolumen. Aus der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und dem möglichen Verlust (LGD) lässt sich der erwartete Verlust (Expected Loss = EL) eines Kreditengagements nach folgender Formel berechnen:

EL = PD x LGD

Der EL gibt die kundenindividuellen Risikokosten bei einer Kreditvergabe an und ist daher eine wichtige Kalkulationsgröße für das Kreditinstitut, um die Kreditkonditionen zu bestimmen. Der unerwartete Verlust ergibt sich als Residualgröße zwischen der Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt (Exposure at Default = EAD) und EL und ist maßgeblich für die notwendige Eigenkapitalunterlegung.

Die Anwendung von Kreditrating-Verfahren trägt zu einer Objektivierung der Kreditwürdigkeitsbeurteilung und damit auch von Kreditentscheidungen bei. Sie bieten der Bank wesentliche Grundlagen für eine Risikosteuerung ihres Kreditgeschäftes und eine an den Risikokosten orientierte Kalkulation.

Unternehmen mit guter Bonität profitieren tendenziell von der Anwendung des Kreditratings über günstigere Kreditkonditionen und einen leichteren Kreditzugang. Das Verfahren stellt an jeden potentiellen Kreditnehmer im Firmenkundenbereich erhöhte Transparenzanforderungen gegenüber dem finanzierenden Kreditinstitut.

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