Zinssatz

Kreditanbieter geben mit dem Zinssatz an, welchen Betrag sie als Gegenleistung für die Vergabe eines Kredits haben möchten. Der Zinssatz, der auch Zinsfuß genannt wird, wird in Prozent angegeben und bezieht sich auf die gesamte Summe des geliehenen Kapitals.

Das Wort Zins stammt von dem lateinischen Wort census ab, was so viel wie Vermögensschätzung heißt. Als Zins bezeichnen die Kreditinstitute das Entgelt, das ein Schuldner seinem Gläubigern für einen von ihm gewährten Kredit als Zusatzleistung geben muss. Hierfür wird vom Staat eine gesetzliche Grundlage geschaffen, an denen sich die Verträge zwischen dem Kreditnehmer und dem Gläubiger orientieren müssen.

Die Höhe eines Zinssatzes ist nicht willkürlich festgelegt, sondern wird von der aktuellen Lage der Marktwirtschaft bestimmt. Diese wird wiederum durch das Angebot und die Nachfrage nach Geld bestimmt. Der Staat legt sehr oft fest, dass Zinssätze eine bestimmte Höhe nicht überschreiten dürfen, um den sogenannten Zinssatzwucher zu unterbinden.

Die Höhe des Zinssatzes wird oft von Notenbanken oder Zentralbanken festgelegt, die eng mit dem Staat oder auch mit der Europäischen Union zusammenarbeiten. Dieser Zinssatz wird als Leitzins bezeichnet und bestimmt oftmals die Höhe des Zinssatzes für die Kreditinstitute. Der Zinssatz wird zeitweilig auch als Zins betitelt. Darunter versteht man im Allgemeinen einen in Prozent angegeben Wert pro Intervall, der zum Beispiel ein Monat oder ein Jahr sein kann.

Siehe auch: Zinssatz bei Krediten

Der Zinssatz entspricht nicht dem Zinsbetrag

Während der Zinssatz in Prozent angegeben wird, handelt es sich beim Zinsbetrag um den konkreten Wert eines Betrags, der als Leihgebühr für einen Kredit genommen wird. Der Zinssatz kann auch durch den Zinseszins beeinflusst werden. Unter dem Wort Zinseszins versteht man in der Praxis die Mitverzinsung der Zinsen, die auf das geliehene Kapital aufgeschlagen werden. Dabei wird in der Mathematik zwischen der linearen Verzinsung und der exponentiellen Verzinsung ein großer Unterschied gemacht. Auch hierbei muss der Vertrag eindeutige Angaben machen, welche der Berechnungsarten zugrunde gelegt werden. Eine weitere Komponente des Zinssatzes kann die Zinsstruktur sein, die von der Dauer des gewährten Kredits abhängt. Wenn Finanzberater vom Nominalzins sprechen, ist damit der in konkreten Zahlen genannte Zinssatz gemeint, der für einen als Kredit gewünschten Geldbetrag fällig wird. Spricht der Finanzberater jedoch vom Realzins des Zinssatzes, so meint er damit den Zinssatz nach dem Abzug der aktuellen Inflationsrate. Darum kann der Realzins in manchen Fällen sogar negativ ausfallen, nämlich wenn die Höhe der Inflationsrate die Höhe des Nominalzinses übersteigt. Wird wiederum von einem Effektivzinssatz gesprochen, so handelt es sich hierbei um den Zinssatz, der sich ergibt, wenn man den Nominalzins in Bezug zu weiteren preisbestimmenden Faktoren stellt. Das Phänomen eines nominal negativen Zinssatzes tritt allerdings selten auf und wird erst in Zeiten zum Beispiel einer Finanzkrise möglich. Der Geldmarktzins ist ebenfalls eine Form eines Zinssatzes. Er wird verwendet, um einen Zinssatz für die Bargeldaufnahme auf dem nationalen oder internationalen Geldmarkt zu benennen. Dieser Geldmarktzinssatz ist vor allem für den Geldverkehr zwischen den einzelnen Kreditinstituten wichtig. Der Geldmarktzinssatz zwischen den Kreditinstituten und der Zentralbank wird wiederum als Leitzinssatz bezeichnet. Der Zinssatz für den Kapitalmarkt, der für Buchgeldkredite mit langer Laufzeit wichtig ist, wird auch als Kapitalmarktzinssatz bezeichnet.

Berechnung des Zinssatzes

Der Zinssatz oder auch Zinsfuß wird in Prozent ausgedrückt und stellt die Geldforderung da, die auf geliehenes Kapital verlangt wird. In der Literatur zum Finanzwesen wird der Zinssatz entweder mit dem Buchstaben i oder p gleichgesetzt. Jedoch scheint sich die international geläufigere Bezeichnung i durchzusetzen. Zeitweilig unterscheiden Fachleute auch zwischen den Begriffen Zinsfuß, der mit dem Buchstaben p benannt wird, und dem Zinssatz, der dann die Bezeichnung i trägt.

Wird zwischen Zinsfuß und Zinssatz unterschieden, bezieht sich der Zinsfuß auf den Nominalwert vor dem Prozentzeichen.

Bei einem Zinssatz von 5 % wäre der Zinsfuß p=5. Der Zinssatz i = p/100, zum Beispiel i = 5 % = 5/100 = 0,05 während der Zinsfuß p= 100i, was bedeutet, dass p = 100 x 5 % = 100 x 0,05 = 5 wäre.

Ein Zinssatz wird in der Regel für ein Jahr berechnet. Möglich ist auch noch die Berechnung auf einen Monat, was auf dem Kapitalmarkt jedoch eher selten vorkommt. Bei der Berechnung des Zinssatzes muss auch beachtet werden, welches Bankjahr als Berechnungsgrundlage genutzt wird.

Usancen bei der Zinssatz Berechnung 

Im Finanzbereich wird das Bankjahr als Usancen bezeichnet. Um die Zinsformel korrekt anwenden zu können, muss die Usancen geklärt sein. Die deutsche Methode wird 30/360 genannt, wobei das Jahr auf 360 Tage reduziert wird und der Monat immer 30 Tage hat.

Die Euromethode wird als act/360 bezeichnet. Hierbei beträgt das französische Usance 360 Tage, aber bei den Monaten werden tatsächlichen Tage gezählt. Als die englische Methode bezeichnet Finanziers act/365, wobei das englische Usance 365 Tage hat und auch die aktuellen Monatstage gelten. Es gibt auch die Methode act/act. Hier wird sowohl das aktuelle Jahr wie auch der Monat mit den tatsächlichen Tagen zugrunde gelegt, was bedeutet, dass auch im Schaltjahr ein 29. Februar gezählt wird. Auf dem europäischen Geldmarkt wird in der Regel der act/360 verwendet und der erste Tag der Kreditaufnahme im Zinssatzgeschäft nicht miteinbezogen.

Zinssatz der Zentralbank steuert die internationale Währungspolitik

Die Zentralbanken benutzen den Zinssatz als ein Finanzinstrument, um die Geldpolitik innerhalb eines Währungsraumes zu steuern. Hierfür werden von der Politik und der Zentralbank die Ziele der Volkswirtschaft benannt, die dann durch die Aufwertung oder Abwertung des Zinssatzes gesteuert werden.

So nimmt der von der Europäischen Zentralbank vorgegebene Zinssatz zum Beispiel Einfluss auf das Niveau der Preisstabilität innerhalb des europäischen Währungsraumes. So kann auch das Wirtschaftsklima beeinflusst werden, also das Wirtschaftswachstum angekurbelt oder gebremst werden.

Zinsatz für private Verbraucher

Der Normalbürger hat mit dem Zinssatz eigentlich nur dann zu tun, wenn er einen Privatkredit oder eine Baufinanzierung aufnimmt. Für einen Privatkredit wird der Zinssatz vom Kreditinstitut diktiert und richtet sich nach der aktuellen Zinslage auf dem Kapitalmarkt und nach dem persönlichen Risiko. Auch wird bei einem Privatkredit eher eine geringe Laufzeit gewählt. Dagegen ist die Laufzeit für eine Baufinanzierung langfristig angelegt und daher werden hier ganz andere Zinssätze und Rahmenbedingungen verwendet.

Der Zinssatz für ein Baudarlehen kann festgeschrieben sein oder sich auch der aktuellen Marktlage anpassen, was ein gewisses Risiko beinhaltet, falls sich die Marktsituation für Kredite verschlechtert. Der festgeschriebene Zinssatz hat wiederum den Nachteil, dass er auch bezahlt werden muss, wenn sich der Kapitalmarkt für Kreditnehmer sehr günstig entwickelt hat.

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